Folgender Leserbrief erschien am nächsten Tag im TV:

 

Ihre Meinung

Zum Artikel "Singen, segeln, Spaß haben" (TV vom 5. Februar) schreibt
dieser Leser:

Zunächst meine Anerkennung über die Arbeit des Jugendrings Kasel. Die
Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften verbieten einen
Aufenthalt unter schwebenden Lasten. Aber was hier auf dem Foto zu sehen ist,
hat nichts mit einer Mutprobe zu tun. Hier hängt ein rund 80 Kilogramm schwerer
Stein in rund ein Meter Höhe über Kinderköpfen. Die Befestigung des Steins ist
meines Erachtens nach höchst zweifelhaft. Außerdem fehlt hier eine
Fangsicherung für den Fall, dass sich der Stein/Kette/Drahtseil doch mal lösen
sollte. Die hier gezeigte Mutprobe ist grob fahrlässig. Die verantwortlichen
Veranstalter sollten hier noch einmal genau prüfen, was sie von den Kindern und
Eltern verlangen. Richard Jürgen, Butzweiler

 

Und unsere Antwort:

als Leserbrief an den TV gemailt, leider nur gekürzt am 20.02.2014 veröffentlicht:



Einen recht herzlichen Dank an Herrn Jürgen für die Anerkennung unserer ehrenamtlichen
Kinder- und Jugendarbeit.

Seine Aussage, wir würden "grob fahrlässig handeln" , können wir so nicht
stehen lassen. Hier muss ich sagen, dass er "grob fahrlässig"
recherchiert hat. Ansonsten hätte er sich nicht genötigt gefühlt, diesen
Leserbrief zu schreiben.

Zur Aufklärung: Das Bild ist bei einem Tagesausflug zum Erfahrungsfeld der Sinne,
Schloss Freudenberg in Wiesbaden entstanden. Ein zum Hause gehörender Pädagoge
hat uns im Rahmen einer gebuchten Besichtigung durch das Schloss der Sinne
sowie deren Außenanlagen geführt. Er hat die Kinder, im Beisein der Eltern,
ermutigt, sich so zu positionieren, und die Kinder haben es gerne und
freiwillig gemacht!.

Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, hat der Stein ein Eigengewicht von 183 kg
(nicht 80 kg, wie der Schreiber es berechnet hat). Dieser hängt an einem
Stahlseil, das 4 Tonnen Last tragen kann. Das Seil ist wiederum an einem
Holzgestell auf gehangen, das 16 Tonnen Last aushält. „Der schwingende Stein“, Station 10,  
aus dem Ensemble ein „Erfahrungsfeld“ zur Bewegung und Besinnung von Hugo Kückelhaus, hängt seit 1982 dort. Er wird auch "Erzieherstein" genannt.

Die gesamten Geräte im Außenbereich des Schlosses unterliegen laut Auskunft des Trägers der
ständigen Überprüfung (das kennt man ja von den Geräten auf den Spielplätzen).

Zum Abschluss ist noch anzumerken, das wir uns seit 40 Jahren intensiv mit Kindern
beschäftigen. Dank sorgfältigem und pflichtbewusstem Handeln ist es uns bisher
gelungen, die Sache , bis auf einige kleinere Blessuren, unfallfrei zu gestalten.


Paul Neumann

Vorsitzender
Jugendring Kasel e.V.