30 Jahre Kinder und Jugendarbeit darzustellen sollte nicht schwer sein, wenn man von Beginn an dabei war. Da dieses jedoch auch die Gefahr des Eigenlobes mit sich bringt, habe ich mir das Zusammentragen der Fakten vereinfacht und entsprechend den Text von Herbert Schneider, Kasel, übernommen den er am 30.07.1999 für einen Bericht in der heimischen Presse fertigte. Er schreibt:
Von der
Jugend für die Jugend
Jugendring Kasel besteht seit 25 Jahren
Kasel (Sch). Äußerst erfolgreiche Jugendarbeit wird seit 25 Jahren in der Ruwertalgemeinde Kasel geleistet. Dies belegen nicht nur die hohen Teilnehmerzahlen an den verschiedenen Veranstaltungen, sondern auch die ausgesprochenen Ehrungen.
Getreu dem Motto "Von der Jugend
für die Jugend" können sich in Kasel alle Jugendlichen und auch
Junggebliebenen in die Arbeit des Vereins einbinden.
"Jedem wird die Möglichkeit geboten, entsprechend seines Alters Verantwortung
mit zu übernehmen " umreißt der Vereinsvorsitzende Paul Neumann
einen der Gründe für die große Akzeptanz in der Bevölkerung.
Immerhin hat der Jugendring heute über 350 Mitglieder nicht nur aus Kasel,
sondern auch aus der Region.
Begonnen hatte alles am 07.12.1974, als der ehrenamtliche Jugendpfleger der
Verbandsgemeinde Ruwer, Jupp Morgen zusammen mit dem damaligen Pfarrer in Kasel,
Herrn Steinmetz, zu einem Treffen in die Gaststätte Kopp einlud. Rund 50
Kaseler Jugendliche folgten der Einladung. Man beschloss, eine freie Jugendgruppe
zugründen, an deren Spitze schon damals Paul Neumann als Vertreter des
männlichen Geschlechts und Elisabeth Schmitt als Vertreterin des weiblichen
Geschlechts standen.
Erste Veranstaltung war ein Tanz- und Discoabend im Pfarrheim.
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Wanderungen, ein Flohmarkt, Diskussionsabende, die Gestaltung des Freitagabend
am Ruwerweinfest und eine Tanzveranstaltung waren die Veranstaltungen im ersten
Jahr.
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Im Laufe der Zeit hat sich das Programm
des Jugendring enorm erweitert.
Ob Konzerte, Discoabende, Wanderungen, Tagesausflüge, Mehrtagesfahrten,
bis hin nach England, Ferienfreizeiten, Gestaltung von Gottesdiensten und Frühschichten
oder die Beteiligung an Hilfsaktionen, die Behandlung aktueller Themen, -- die
Jahre des Jugendringes waren mit den unterschiedlichsten Unternehmungen gefüllt.
Viele hiervon, wie z.B. die Sommer- und Winterfreizeiten, das Krompernfest,
der Seniorennachmittag oder "wir warten auf`s Christkind" sind zum
festen Bestandteil des jährlichen Programms geworden.
Meilensteine in der Geschichte waren zum einen die musikalischen Veranstaltungen,
ob mit Eigengewächsen oder bekannten Gruppen wie Walter Liederschmitt oder
Lusthansa im April 1983.
Viel Spaß und hohe Teilnehmerzahlen bringen auch die Ferienfreizeiten.
Reiste man zunächst in den deutschen Landen umher, fuhr man bereits 1981
nach England und machte die erste Tour auf Hausbooten. Diese wurde drei Jahre
später wiederholt, diesmal auf der Sarthe, verbunden mit der Besichtigung
der Schlösser der Loire. Von nun an wurde diese Art der Freizeitgestaltung
auf verschiedenen französischen Kanälen und Flüssen zum festen
Bestandteil und alle zwei Jahre durchgeführt.
Ebenso fährt der Jugendring in Begleitung Erwachsener jedes Jahr für
mindestens eine Woche in Ferienfreizeit in die Eifel, den Schwarzwald, die Lüneburger
Heide, nach Bayern oder Holland.
Die gesamten Aktivitäten des Jugendrings finden sich im Jahreskreis übersichtlich
dargestellt wieder. Von der Skifreizeit im Januar, Karneval, ADAC-Fahrradturnier,
Ortspokalturnier, Ferienspaß für Daheimgebliebene, Tombola zum Ruwertal
aktiv, Musical- oder Theaterbesuche, Krompernfest, St.Martin, St. Nikolaus,
Seniorentag........und schon wieder Skifreizeit........., der Jugendring bietet
das ganze Jahr Aktivität. Zusätzlich werden auch Gruppenstunden, entweder
altersbezogen oder zu Themen wie Töpfern, Kochen, Backen, Theater, Basteln,
Sport, Erste Hilfe und Umweltaktionen veranstaltet.
Eine Theatergruppe, der Jugendsingkreis, die bekannte Gesangsgruppe "Lollipops"
haben ihre Heimat im Jugendring gefunden.
Weit bekannt in der Region ist auch das seit 1991 jährlich stattfindende
Kaseler Krompernfest, an dem, zusammen mit den Frauen der Seniorengemeinschaft
allerlei leckere Dinge rund um die Kartoffel angeboten werden.
Sinnvolle Ortsgestaltung, die Leute auffordern zum Aktiv-werden, das war einer
der Hintergedanken, als der Jugendring die Planung eines Beach-Volleyball-Feldes
ins Auge nahm. Die Veranstaltungen zum 20jährigen Bestehen erbrachten einen
solchen Erfolg, dass der Verein auf dem Sportplatzgelände ein bundesligatauglisches
Beach-Volleyball-Feld ohne jegliche Zuschüsse finanzieren und überwiegend
in Eigenleistung errichten konnte. Die rege Nutzung der Anlage bestätigt
die Investition.
Um Vergangenes aufzuarbeiten oder für die Zukunft zu planen, wurde das
sogenannte Planungswochenende eingerichtet, an dem alle interessierten Mitglieder
teilnehmen können. Mitwirkung und Mitverantwortung wird also groß
geschrieben in Kasel, sicherlich neben den vielen Aktionen mit ein Grund für
die hohe Integration , Anerkennung und Lebendigkeit des Vereins.
Für die vorbildliche Arbeit wurde der Jugendring Kasel auch schon mehrfach
ausgezeichnet. Unter 15 Teilnehmern wurde im Jahr 1995 der Jugendring vom Landkreis
mit dem 1. Preis im Wettbewerb "Sind wir eine familienfreundliche Gemeinde?"
bedacht. Im März 1996 erhielt der Jugendring den Generationenpreis des
Ministerpräsidenten. Skifreizeit und Kaseler Krompernfest sind in einer
Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend als beispielhafte Aktivitäten dargestellt. Beim Krompernfest unter
anderem, weil durch die Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung der Zusammenhang
zwischen den Generationen gestärkt wird.
Eine erfolgreiche Zeit also, auf die der Jugendring zurückblicken kann.
Die Kinder und Jugendlichen dürfen Verantwortung übernehmen und erfahren
den Jugendring als Lebensraum, in dem aktive Mitarbeit als Lustfaktor erlebt
wird. Was Paul Neumann und Elisabeth Schmitt, die später auch heirateten,
und die vielen Mitwirkenden mit jugendlichem Elan begannen und aufbauten, kann
sich sowohl unter sozialen als auch kulturellen Aspekten sehen lassen. Ein guter
Grund also, den runden Geburtstag zünftig zu feiern.