Bericht Fahrsicherheitstraining

Am 11.11. 06 (während sich wohl einige beim Kölner Karneval vergnügten) war es für uns soweit: das Vorhaben "Fahrsicherheitstraining" wurde endlich in die Tat umgesetzt.
Schon um 9 Uhr in der Frühe (und das am Samstag, der doch eigentlich zum Ausschlafen gedacht ist, oder?) trafen wir uns mit dem Verantwortlichen Christian Cordel auf dem Grüneberg in Mertesdorf auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände (jetzt Übungsgelände der Verkehrswacht Trier). Von Kasel aus nur ca. 3 km, aber mir trotzdem gänzlich unbekannt und ehrlich gesagt schon etwas unheimlich, denn die Rundstrecke dort oben sieht echt aus wie eine Schnellstraße und ich traute mich kaum sie zu befahren, da evtl. doch Gegenverkehr kommen könnte?! ;-)
Letztlich haben wir's aber alle gefunden und saßen schließlich mit einer gesponserten heißen Tasse Kaffee oder einer Apfelschorle in einem kleinen Container. Zum Glück, denn draußen wurde es immer ungemütlicher: kalt und nass… mehr muss man nicht sagen.
Der 28jährige Christian begrüßte uns und nach einer kleinen Vorstellungsrunde, in der sich jeder mit Namen, Auto, dessen Ausstattung, gefahrenen Kilometern, etwaigen Unfällen und Erwartungen an den Tag, vorstellen sollte, ging's dann mit einer kleinen Theorieeinheit los. Christian machte uns mit der Verkehrswacht Trier, in dessen Auftrag das Training durchgeführt wurde, bekannt und zeigte und einige interessante, aber erschreckende Unfallstatistiken. Er informierte auch über die sichere Ausstattung des Autos, wie z.B. über Winterreifen, Luftdruck und Sicherheitssysteme wie ABS und ESP.
Danach ging's aber doch nach draußen. Motor an und los!

Christian teilte noch Funkgeräte aus, um uns im Auto Hinweise geben zu können.

Die "Aktionsstrecke", also der Streckenabschnitt, in dem wir die Aufgaben bewältigen sollten, wurde immer (trotz Regen…) mit Sprinkleranlagen nass gehalten um die Reifen zu schonen. Erstmal sollten wir die Rundstrecke kennenlernen, heißt: abfahren. Ab der 2. Runde stellte Christian Hütchen auf, um die wir Slalom fahren sollten. Nach einigen Runden, bei denen das Tempo auch erhöht werden durfte, stellten wir die Autos ab und legten wieder eine kleine Theorieeinheit ein.
Christian war aufgefallen, dass einige "falsch" lenken und gab Tipps, wie man es besser machen kann. Auch der Tipp, das Lenkrad zwischen den Hütchen immer wieder kurz gerade zu stellen, um damit das Fahrzeug zu stabilisieren, half manchen das Slalomfahren noch zu "optimieren".
Nun war die richtige Sitzposition gefragt: Spiegel, Sitz, Kopfstütze, Lehne und Lenkrad einstellen, Gurt richtig anlegen… auch vor herumliegenden Gegenständen wie z.B. Flaschen oder CD-Hüllen warnte uns Christian, denn diese können bei einem Unfall unter die Bremse rollen oder den Fahrer verletzen.

Und los geht´s!!!

Danach die erste richtige Herausforderung: Vollbremsung! Ab dem Erreichen von 2 bestimmten Hütchen sollten wir "voll in die Eisen gehen" und (für manche vielleicht zum ersten Mal) erleben, wie es ist, wenn das ABS (sofern vorhanden…) greift. Nachdem alle das OK von Christian hatten ("Wir üben das solange, bis jeder es richtig kann!") ging's weiter mit Vollbremsen und sofortigem Ausweichen - also das, was jeder Autofahrer noch tun kann, um einen Auffahrunfall zu vermeiden. Zuerst durften wir uns die Richtung noch aussuchen, wobei auch hier der Ausweichweg durch Hütchen markiert war. Umstoßen blieb nicht aus! Kommentar von Christian durchs Funkgerät: "Fahr mal langsam rechts ran, du hast noch ein Hütchen unterm Auto!"
Zum Mittagessen gab's Pizza vom Waldracher Dönermann, die wir im warmen kleinen Container verspeisten. Dort erfuhren wir nach einigen Rateversuchen ("Bademeister? Gas-Wasser-Installateur?") auch Christians Job: Polizist! Was sonst…?
Im zweiten Praxisteil übten wir dann noch mal Vollbremsen und Ausweichen - diesmal aber unsere "Nichtschokoladenseite" ausprobieren (bei den meisten links…).

Als das alle konnten, stellte sich Christian hinter die Hütchen und gab spontan unter Einsatz seines Lebens ;-) die Richtung, in die wir ausweichen sollten, mit dem Arm an.

Nächste Übung war das Bremsen auf glatter Oberfläche (z.B. gefrostetem Schnee/Eis), wobei wir entweder bremsen oder auskuppeln sollten. Einige Jungs kamen schnell ins Experimentieren,

"P., keine Mätzchen!"

was aber später auch, nach eigenem Ermessen der Fähigkeiten, erlaubt war. Falls das Auto nicht kontrollierbare Bewegungen machte war geboten: "Bremsen und sonst nichts tun" - die Fläche war ja groß, keine herumstehenden Bäume, Hügel oder sonst was (außer Christian…)
Letzte Übung war schließlich "Kreisfahren"

Auf einer Bahn mit einem Durchmesser von ca 12m konnte jeder Teilnehmer an die Grenzen gehen. Entweder die Grenzen des Autos oder an die eigenen. Die meisten befuhren die Strecke souverän im 2. Gang mit Vollgas und konnten so fühlen, wie ihr Auto leicht zu Übersteuern begann und sich aus der Bahn schob. Leute mit ESP waren hier klar im Vorteil, da das System eingreift, sobald die Bodenhaftung verloren geht und dann den Motor reguliert.
Nachdem wir dann einiges an Profil im Kreisel gelassen hatten, sind wir nochmal in den Container um eine Abschlussbesprechung zu halten. Christian zog ein kleines Fazit und bat uns dann, ihm eine kleine Reflektion des Verlaufs zu geben. Nachdem wir uns offiziell verabschiedet hatten, hieß es dann für ein paar Jungs nochmal zurück in den Kreisel um das Erlernte zu festigen (Wenn nicht hier, wo sonst.........). Nachdem sich dann alle Jungs ausgetobt hatten, packten sie ihren "Gasfuß" ein und fuhren gemütlich nach Hause.
Trotz des schlechten Wetters haben wir mit Spaß am Fahrsicherheitstraining teilgenommen! Christian hat alles gut erklärt und selbst Anne hatte am Ende keine Angst mehr, dass das Auto umkippen könnte :

Die 20€ Zuschuss, die der Jugendring jedem Mitglied spendierte, waren eine sinnvolle Investition! Auch das Land Rheinland-Pfalz bezuschusst alle Teilnehmer unter 25 Jahren mit 30€, sodass im günstigsten Fall (JRK-Mitglied und unter 25) statt 70€ nur noch 20€ Eigenbeteiligung zu bezahlen waren!

Allen, die am 9.12.06 dran sind: Viel Spaß!
® Anne Biewer